
REZEPT Quiche Lorraine
Zu der in der französischen Region Lothringen spielenden Senfblütensaga* habe ich ein typisches Gericht aus dieser Gegend zubereitet, eine Quiche Lorraine.
Lorraine ist dabei einfach die französische Bezeichnung für Lothringen bzw. lothringisch. Nach meinen bisherigen kulinarischen Exkursionen nach Paris (Operntorte, Zwiebelsuppe und Jambon Beurre), in die Provence (Ratatouille) und ins Elsass (Kougelhopf), in die Bretagne (Galettes), in die Picardie (Ficelle Picarde) und die Normandie (Calvados Kuchen) sowie nach Nizza (Pissaladière) und Lyon (Lyon Salat) habe ich mit diesem Gericht also die nächste französische Region besucht.
Nicht zu vergessen sind dabei die zahlreichen Rezeptbeiträge hier in meinem Blog, die in ganz Frankreich beliebt sind: Mousse au chocolat, Baumstamm Kuchen, Entrecote, Croque Monsieur bzw. Madame, Brioche, Macarons, Poule au Pot und Coq au vin.
Als Quiche – abgeleitet vom lothringischen Wort „kuechel“ für Kuchen – bezeichnet man die wohl berühmteste Spezialität aus dieser direkt an der deutschen Grenze liegenden Gegend: einen Kuchen aus Mürbeteig mit einer deftigen Eier-Milch-Füllung.
Traditionell wird die Quiche Lorraine in einer runden Tarteform* gebacken und beinhaltet in der Regel neben dem Mürbeteig und der Eier-Milch-Füllung nur noch Speck bzw. Dörrfleisch. Gelegentlich verirren sich auch ein paar Zwiebeln und etwas Käse in eine Quiche Lorraine, dies allerdings nur in geringen Mengen.
Werden Zwiebeln bzw. Käse zu einem Hauptbestandteil der Quiche, hat man es mit einer anderen französischen Spezialität zu tun: In der Quiche Alsacienne aus dem an Lothringen grenzenden Elsass dominieren die Zwiebeln, während in der Quiche Vosgienne aus den zu Elsass und Lothringen gehörenden Vogesen einiges an Käse zu finden ist.
Insbesondere außerhalb von Frankreich werden darüber hinaus noch allerhand andere deftige Kuchen als Quiche bezeichnet, wie beispielsweise die Lauch Quiche. In Frankreich selbst spricht man in solchen Fällen aber in der Regel von einer Tarte.
Doch damit genug an Theorie! 😉 Da wir selbst nicht weit von Lothringen wohnen, ist es eigentlich überraschend, dass ich bisher noch gar nicht so oft Quiche Lorraine gegessen, geschweige dann selbst zubereitet hatte. Umso gespannter war ich nun, das Gericht für meinen Blog zu backen.
Dafür habe ich mir sogar extra Backbohnen* angeschafft, mit denen ich zuvor ebenfalls noch nie zu tun hatte. Ich denke schon, dass es Sinn macht, diese Backbohnen für die Quiche Lorraine zu verwenden, glaube aber ebenso, dass man stattdessen auch andere Hülsenfrüchte, die man gerade da hat, verwenden kann, wie zum Beispiel Linsen. Auch sollte das Gericht zur Not auch gänzlich ohne eine solche Blindback-Hilfe gelingen.
Quiche Lorraine
Wir haben die Quiche Lorraine als Hauptgericht verspeist und sie hat uns so gut gemundet, dass nichts davon übrig blieb. 😀 Das war insofern schade, dass ich davon überzeugt bin, dass die Reste dieses Lothringen Rezepts auch noch am Folgetag als Snack für zwischendurch sehr gut schmecken, wenn nicht sogar besser als frisch zubereitet.
Die Quiche kann dabei auf jeden Fall auch kalt gegessen werden, wodurch sie sich auch gut als Gastbeitrag zu einem Party-Buffet eignet.
Alles in allem bin ich hoch zufrieden mit meinem ersten Versuch einer Quiche Lorraine und gehe fest davon aus, dass sehr bald ein zweiter folgen wird.
Auch Ihnen wünsche ich gutes Gelingen bei Ihrem kulinarischen Ausflug in den Osten Frankreichs und bon appétit! 🙂

Quiche Lorraine
Kochutensilien
- Tarteform (25cm Durchmesser)
- Backbohnen
- Nudelholz
Zutaten
- 250 g Dörrfleisch
- 200 g Mehl
- 150 ml Milch
- 150 ml Sahne
- 135 g Butter
- 5 Eier
- Salz
- Pfeffer
- Muskatnuss
Anleitungen
- 100 g Butter grob würfeln, zusammen mit dem Mehl und einer Prise Salz in eine Schüssel geben und bröselig kneten.
- 1 Ei dazu geben und weiter kneten, bis ein glatter Teig entstanden ist.
- Den Teig zu einer Kugel formen, mit Frischhaltefolie einwickeln und circa 15 Minuten kühl lagern.
- In der Zwischenzeit die Tarteform mit 10 g Butter einfetten und den Ofen auf 200° C Umluft vorheizen.
- Das Dörrfleisch in kleine Würfel schneiden.
- Den Teig kreisförmig ausrollen und die Form damit auskleiden.
- Den Teig großzügig mit der Gabel einstechen, Backpapier zurechtschneiden und darauf setzen und mit Backbohnen beschweren.
- Den Teig im vorgeheizten Ofen 10-15 Minuten backen.
- In der Zwischenzeit die restliche Butter in einer Pfanne schmelzen und das Dörrfleisch darin goldbraun braten.
- Das Dörrfleisch auf Küchenrolle abtropfen lassen.
- Die Tarteform nach der Backzeit aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 180° C Umluft reduzieren.
- Backbohnen und Backpapier entfernen und dann das Dörrfleisch über den Teig verteilen.
- Die restlichen 4 Eier, die Milch und die Sahne zusammen mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss in eine kleine Schüssel geben und gut mischen.
- Die Eimasse in die Tarteform gießen und das Ganze circa 35 Minute bei 180° C Umluft backen.
- Die Quiche Lorraine aus dem Ofen nehmen und direkt heiß servieren.
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