
REZEPT Gaisburger Marsch
Zu Johanna von Wilds im Württemberg des 16. Jahrhunderts spielendem Roman Das Schicksal der Herzogin* habe ich Gaisburger Marsch zubereitet, einen herzhaften schwäbischen Eintopf.
Dieses Gericht besticht durch seine Kombination aus kräftiger Brühe, gekochtem Rindfleisch, Kartoffeln und natürlich Spätzle, wobei geröstete Zwiebeln als besonderes Schmankerl oben drauf kommen.
Um den Namen Gaisburger Marsch ranken sich verschiedene Erzählungen. Die bekannteste handelt von einigen Offiziersanwärtern, die für ihren Lieblings-Eintopf nach Gaisburg – heute ein Stadtteil von Stuttgart – marschiert sein sollen.
Besonders stimmig an diesem schwäbischen Klassiker fand ich, dass die verschiedenen Zutaten nicht nur geschmacklich sehr gut miteinander harmonieren, sondern die weichen Kartoffeln, die bissfesten Spätzle und das zarte Fleisch sowie die süffige Brühe auch verschiedenen Konsistenzen miteinander vereinen.
Gaisburger Marsch
Uns allen hat mein erster Versuch, ein Gaisburger Marsch zuzubereiten, sehr gut geschmeckt, weshalb ich sicher bin, dass es sehr bald wieder bei uns auf den Tisch kommen wird.
Außerdem kann ich auch Ihnen das Nachkochen nur ans Herz legen. Ich wünsche dabei gutes Gelingen und guten Appetit bzw. „Mir winschad an guada Abbedid“! 😉

Gaisburger Marsch
Zutaten
- 500 g Rinderbrust
- 300 g Kartoffeln festkochend
- 300 g Lauch
- 250 g Mehl
- 100 g Sellerie
- 5 Pfefferkörner
- 3 Eier
- 2 Karotten
- 2 Zwiebeln
- 2 EL Butterschmalz
- 1 Bund Schnittlauch
- 1 Prise Muskat
- Salz
- Pfeffer gemahlen
Anleitungen
- Das Fleisch in einen Topf mit gesalzenem Wasser geben und aufkochen.
- Die Temperatur reduzieren, das Fleisch bei geringer Hitze circa 50 Minuten köcheln lassen und dabei den Schaum immer wieder abschöpfen.
- In der Zwischenzeit das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine Mulde formen und die Eier sowie eine Prise Salz hinein geben.
- Mit einem Kochlöffel vermengen und dann solange schlagen bis ein homogener Teig entsteht.
- Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und für circa 30 Minuten ruhen lassen.
- In der Zwischenzeit eine Zwiebel mit Schale halbieren und auf der Schnittstelle in einer Pfanne dunkel rösten.
- Die Karotten sowie den Sellerie putzen und in Würfel schneiden.
- Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, eine Schüssel mit kaltem Wasser daneben stellen und einen Teigschaber darin anfeuchten.
- Ein Holzbrett oder ggf. ein Spätzlebrett ins kochende Wasser tauchen, circa zwei Esslöffel Teig auf das Brett geben, mit dem Teigschaber flach streichen, dünne Streifen des Teiges abtrennen und dann ins kochende Wasser schaben.
- Sobald sie an die Wasseroberfläche steigen, die Spätzle mit einem Sieblöffel herausnehmen, kurz in kaltes Wasser geben und dann abseihen.
- Den Vorgang solange wiederholen bis der Teig aufgebraucht ist.
- Die Kartoffeln schälen, würfeln und in einem Topf mit Salzwasser weich kochen.
- In der Zwischenzeit den Lauch waschen, putzen und in Ringe schneiden.
- Nach circa 50 Minuten Kochzeit des Fleisches die angerösteten Zwiebelhälften, die Karotten, den Sellerie, die Pfefferkörner und eine Prise Muskat in den Topf geben und das Ganze für weitere circa 30 Minuten köcheln lassen.
- Das Butterschmalz in einer Pfanne zerlassen.
- Währenddessen die verbliebene Zwiebel schälen, in feine Streifen schneiden und dann im Butterschmalz goldbraun anschwitzen.
- Das Fleisch sowie das Gemüse aus der Brühe sieben und circa einen Liter der Brühe wieder aufkochen.
- Die Lauchringe in die aufgekochte Brühe geben und fünf Minuten köcheln lassen.
- In der Zwischenzeit den Schnittlauch abbrausen, trocken schütteln und fein schneiden.
- Die Brühe mit Salz und gemahlenem Pfeffer abschmecken.
- Das Fleisch in circa 1 cm große Würfel schneiden, mit den Spätzle, dem Gemüse sowie den Kartoffeln in eine Suppenterrine geben und das Ganze mit der Brühe auffüllen.
- Das Gaisburger Marsch mit den geschmälzten Zwiebeln und dem Schnittlauch garnieren und dann servieren.
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