Finish Buch
Rezensionen

FINISH von Tom McNab

Verlag: Aufbau Verlag

Seitenzahl: 415 Seiten

Historische Epoche: Das lange 19. Jahrhundert, Wilder Westen

Schauplatz: USA und Großbritannien


Inhalt:

Mit Finish* legt Tom McNab einen historischen Roman über den Laufsport vor, der vor der abenteuerlichen Kulisse des Wilden Westens angesiedelt ist.

USA, 1870er Jahre: Der Westen ist noch wild. Buck Miller und Billy Joe Speed leben auf Messers Schneide – Frauen, Schießereien, Indianer, Wettrennen. Sie leben von ihrer Geschwindigkeit – weniger der ihrer Pistolen, sondern der ihrer Füße.

An der Ziellinie warten auf die schnellen Männer nicht nur Preisgelder und schöne Frauen, sondern auch Menschen, die ihnen nach dem Leben trachten.

Angestachelt und geschützt werden sie von ihrem Trainer, Mentor und Manager, dem legendären Moriarty, Besitzer des Theaters des Westens. Dieser träumt von einer sagenhaften Show – einem Wettlauf, in dem es um alles geht.

Und so kommt es am Ende für diese drei Männer zum Lauf ihres Lebens.

Rezension Finish

Da ich selbst seit einigen Jahren begeisterter Läufer bin, war ich sehr gespannt auf den historischen Roman Finish aus der Feder des schottischen Journalisten Tom McNab, der selbst ein guter Sportler war und einst sogar die britische Leichtathletik-Nationalmannschaft trainiert hat.

Von der ersten Seite an zieht einen das Werk in seinen Bann und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los, weshalb ich diesen historischen Roman auch in persönlicher Rekordzeit gelesen habe.

Das Laufen wird kenntnisreich, aber auch kurzweilig geschildert und auch die Beschreibungen der Welt des Theaters, die das zweite Hauptthema von Finish bilden, sind sehr gut gelungen.

Im Grunde kann man dabei aber gar nicht von zwei getrennten Hauptthemen sprechen, denn beide gehen ineinander über, vor allem unter dem Aspekt, dass das Laufen in diesem Buch zu einem guten Teil – wenn nicht sogar primär – Show ist und die Übergänge von Sport und Theater fließend sind.

Dies zeigt sich auch in dem wiederkehrenden Motiv der Sportwetten, die – bzw. die Gewinne, die sie versprechen – als Antriebsfeder für die Protagonisten fast genauso wichtig sind wie der sportliche Ehrgeiz.

An dieser Stelle muss ich jedoch gestehen, dass ich das System der Wettquoten nicht wirklich verstanden habe und mich auch nach Lektüre des Buchs Ausdrücke wie „4 zu 1 dagegen“ oder „fifty-fifty“ immer noch etwas verwirren.

Meinem Lesevergnügen tat dies aber ebenso wenig einen Abbruch wie die Tatsache, dass es in Finish sportlich ausschließlich um kurze Sprint- oder Mittelstrecken-Distanzen wie 100 Meter-, 400 Meter- oder Meilen-Lauf (ca. 1600 Meter) geht und nicht längere Strecken wie bspw. den Halbmarathon, die ich selbst eher laufe.

Interessant fand ich, dass in den 1870er Jahren angeblich bereits sehr, sehr gute Zeiten gelaufen wurden wie beispielsweise die 100 Meter unter 10 Sekunden, womit man heute auch noch in der erweiterten Weltspitze wäre. Ich habe allerdings nicht recherchiert, ob dies den Tatsachen entspricht bzw. wäre dies aufgrund des inoffiziellen Charakters der in Finish geschilderten Wettkämpfe ohnehin kaum möglich.

Neben den Ausführungen zur Lauf- und Theater-Geschichte fand ich unter historischen Aspekten auch die Einblicke in das echte, alltägliche Leben im Wilden Westen sehr eindrucksvoll, weshalb ich es gar nicht schlimm fand, dass „große Ereignisse“ dieser Zeit wie beispielsweise die Schlacht am Little Bighorn nur ganz am Rande gestreift werden.

Insgesamt halte ich Finish für einen gut geschriebenen und jederzeit spannenden Roman, der sicherlich nicht nur für Freunde des Laufens lesenswert ist. Ein paar Szenen hätte der Autor sich allerdings sparen können, da sie den ansonsten wirklich herausragend guten Gesamteindruck des Romans etwas trüben.

EDIT: Ich bin aber definitiv auf den Geschmack gekommen, was historische Lauf-Romane angeht, weshalb ich mittlerweile auch Trans Amerika* von Tom McNab gelesen und rezensiert habe, in dem sich ebenfalls alles ums Laufen dreht, diesmal um ein Ultra-Langstrecken-Rennen in den USA der 1930er Jahre.

EDIT: Bei der Frage, welches Rezept ich zu Finish zubereiten soll, hatte ich die Qual der Wahl, denn das Buch spielt in vielen US-Bundesstaaten sowie in Großbritannien. Da die Handlung aber am Anfang und am Ende in Arizona angesiedelt ist, habe ich mich für ein typisches Gericht für diesen an der Grenze zu Mexiko gelegenen Staat entschieden: Enchiladas.


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Zum Rezept: Enchiladas Arizona

Meine größte Leidenschaft ist zwar das Schnabulieren, aber hin und wieder lese ich auch gerne ein gutes Buch und daher freue ich mich, dass ich auf Mümmlers Blog darüber schreiben darf.

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