Findelmädchen
Rezensionen

FINDELMÄDCHEN von Lilly Bernstein

Verlag: Ullstein

Seitenzahl: 593 Seiten

Historische Epoche: 1950er Jahre

Schauplatz: Köln, Deutschland


Inhalt:

In ihrem historischen Köln Roman Findelmädchen: Aufbruch ins Glück* erzählt Lilly Bernstein von einer jungen Frau, die sich zur Zeit des Wirtschaftswunders ihren Weg erkämpft.

Köln, 1955: Die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen leben endlich wieder bei ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vater. Von der Mutter fehlt jedoch seit Kriegsende jede Spur.

Der Vater baut sich mit einem Büdchen eine neue Existenz auf und Jürgen beginnt bei Ford. Helga aber, die sich nichts sehnlicher wünscht als aufs Gymnasium zu gehen, soll sich in der Haushaltungsschule auf ein Leben als Ehefrau vorbereiten.

Während eines Praktikums im Waisenhaus muss sie entsetzt mitansehen, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Schützend stellt sie sich vor ein sogenanntes „Besatzerkind“. Und sie verliebt sich.

Doch die Schatten des Krieges bedrohen alles, was sie sich vom Leben erhofft hat …

Rezension Findelmädchen: Aufbruch ins Glück

In Findelmädchen führt Autorin Lilly Bernstein ihre Leser in das Leben der 1950er Jahren in Köln.

Nachdem die Hauptfigur Helga und ihr Bruder Jürgen in den Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch bei Pflegeeltern in Frankreich gelebt hatten, kehren sie 1955 zurück in die Domstadt, wo nach langer Kriegsgefangenschaft nun auch wieder ihr Vater für sie sorgen kann.

Durch ihren flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil konnte mich Lilly Bernstein total in die 50er Jahre hineinversetzen. Außerdem war dieser historische Roman auch sehr spannend und an manchen Stellen sehr bedrückend.

Besonders die Erfahrungen, die Helga bei ihrem Praktikum im Waisenhaus macht, haben mich sehr berührt – insbesondere das Verhalten der anderen Waisenkinder und das der Nonne, die dem farbigen Mädchen Bärbel sehr böse mitgespielt haben.

Der historische Hintergrund ist ebenfalls gekonnt dargestellt und ich habe auf jeden Fall Neues zu der Zeit gelernt, gerade was die Situation nicht-verheirateter Mütter betrifft.

Auch hat es die Autorin sehr gut verstanden, einzelne Geheimnisse aus der Vorgeschichte in die Handlung einzufügen und ans Licht zu bringen. Genauso geschickt wurden die Haupt- und Nebenfiguren in ihren Charakterzügen herausgearbeitet, sodass man mit jedem Akteur mitfühlen konnte.

Ich halte Findelmädchen: Aufbruch ins Glück für ein ganz tolles Buch, das ich sehr empfehlen kann.

Ich werde daher definitiv auch den Roman Trümmermädchen* von Lilly Bernstein lesen, der ein paar Jahre vor Findelmädchen ebenfalls in Köln spielt. Obwohl die Bücher lose miteinander verbunden sind, stellen beide abgeschlossene Geschichten dar, sodass die Reihenfolge nicht wirklich von Bedeutung ist.

EDIT: Als Rezept zu Findelmädchen habe ich ein ganz typisches Rezept für die Karneval-verrückte Rhein-Metropole zubereitet: Berliner.


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Zum Rezept: Berliner

Ich bin Mitte 60, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Meine beiden großen Leidenschaften sind das Lesen und das Kochen. Besonders gerne koche ich Gerichte, die zu meinem letzten Lese-Abenteuer passen.

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