Madame Lazare
Rezensionen

Madame Lazare von Tadhg Mac Dhonnagáin

Verlag: Alfred Kröner

Seitenzahl: 300 Seiten

Historische Epoche: Zweiter Weltkrieg

Schauplatz: Paris, Brüssel, Irland

Erscheinungsjahr: 2026


Inhalt:

In Madame Lazare* erzählt der irische Autor Tadhg Mac Dhonnagáin von einer jungen Frau, die auf die Spuren der Vergangenheit ihrer Großmutter geht.

Seit sie denken kann, ist Levana stolz auf ihre jüdische Herkunft, die Generationen jüdischer Frauen, von denen sie abstammt, auf ihre Großmutter, Hana Lazare, die als Einzige in ihrer Familie die Shoah überlebt hat – und es nie geschafft hat, dar­über zu sprechen.

Bis Hana, die zunehmend den Bezug zum Hier und Jetzt verliert, plötzlich anfängt, Wörter in einer Sprache zu murmeln, die Levana vollkommen fremd ist. Als sie beginnt, die Bruchstücke zusammenzufügen, die aus Madame Lazares Erinnerung emporgespült werden, löst sich vor ihren Augen alles, was sie über das Leben ihrer Großmutter weiß, in Nichts auf.

Die Spur führt sie von Paris und Brüssel bis ans Ende der Welt, eine kleine Insel vor der irischen Atlantikküste, zu einem jungen Mädchen, das sich nicht mehr vom Leben wünscht, als alt werden zu dürfen auf dieser Insel, wo der Wind ihr das Haar zerzaust, beim Klang der Wellen und dem Geruch von Seetang, beim Geschichtenerzählen am Torffeuer – bis etwas ihr Leben für immer ändert.

Rezension Madame Lazare

Hinweis: Madame Lazare wurde mir kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bzw. diese Rezension wurde dadurch nicht positiv beeinflusst.

Madame Lazare ist – sehr typisch für historische Romane – in zwei Zeitebenen eingeteilt, beginnt aber ziemlich ungewöhnlich, nämlich mit dem Versenken eines menschlichen Körpers. Auf den gut miteinander verwobenen Zeitebenen begleitet man als Leser die beiden Protagonistinnen Hana und Levana. Beide Figuren sind vom Autor sehr gekonnt gezeichnet worden.

Hana ist sehr rätselhaft dargestellt und man merkt bei ihr, dass sie irgendetwas verbirgt, was ihr auch seelisch zu schaffen macht. Hanas Enkelin Levana hat ihr ganzes Leben bei ihren Großeltern verbracht, da ihre Mutter früh gestorben ist.

Herauszuheben ist auch die Schilderung von Hanas Kindheit auf der kleinen irischen Atlantikinsel, die mir sehr gut gefallen hat, da mir hier das Leben im Irland der damaligen Zeit atmosphärisch dicht näher gebracht wurde. Die Kehrseite der Medaille waren hier jedoch die Namen der einzelnen Personen in Irland, die ich etwas verwirrend fand.

Absolut überzeugen konnte mich wiederum Levanas Suche nach der Vergangenheit ihrer Großmutter, die emotional und spannend war und bei der man Levanas Gefühle und Handlungen stets gut nachvollziehen konnte.

Alles in allem halte ich Madame Lazare für einen berührenden Roman, der überraschend unterhaltsam zeigt, wie es ist, seine Identität zu verlieren. Ich kann das Werk daher absolut empfehlen.

Als Rezept zu Madame Lazare habe ich etwas ganz Spezielles aus Irland zubereitet, nämlich einen Irischen Weihnachtskuchen.


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Zum Rezept: Irischer Weihnachtskuchen

Ich bin Mitte 60, verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Meine beiden großen Leidenschaften sind das Lesen und das Kochen. Besonders gerne koche ich Gerichte, die zu meinem letzten Lese-Abenteuer passen.

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