
REZEPT Paleo Hirschragout
Zu dem im prähistorischen England spielenden Roman Stonehenge – Die Kathedrale der Zeit* von Ken Follett habe ich ein Paleo Hirschragout zubereitet, das man damals durchaus genau so gegessen haben könnte.
Bei meiner kulinarischen Zeitreise viereinhalbtausend Jahre zurück zu den Erbauern des berühmten Steinkreises stand Authentizität an erster Stelle. Dies gilt allerdings nur für die Zutaten, da ich bei der Zubereitungsweise Abstriche gemacht habe. Meine Wohnung wollte ich nämlich nicht unbedingt mit einem offenen Feuer in Brand stecken. 😉
Hirsch war eine häufige Jagdbeute unserer Vorfahren und auch Waldpilze sowie Beeren gehörten zum festen Standard-Speiseplan der Steinzeitmenschen. Das Rezept erfüllt damit klassische Paleo-Kriterien, also die Anforderungen der Ernährungsform, die oft auch „Steinzeit-Diät“ genannt wird. Es verzichtet konsequent auf alles, was damals noch nicht auf dem Teller landete: Kein Getreide oder Brot, keine Milchprodukte, keine Kartoffeln, Hülsenfrüchte oder industrieller Zucker.
Das in meinem Paleo Hirschragout verwendete Fleisch zählt sogar zum „Goldstandard“ für Paleo, da Hirsch bzw. generell Wildfleisch deutlich magerer ist und ein besseres Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis aufweist als beispielsweise Rindfleisch, das gemessen an der Rolle, die Kühe in Stonehenge spielen, sogar die passendere Wahl gewesen wäre.
Während tierisches Schmalz historisch die primäre Fettquelle war, habe ich im Rezept Ghee, also geklärte Butter, als akzeptable Alternative aufgenommen. Durch das Klären werden nämlich Milchzucker und -eiweiß entfernt, wodurch die steinzeitliche Laktose-Intoleranz keine Rolle mehr spielt.
Wichtiger ist hier, den richtigen Fond zu wählen, der für „echtes“ Paleo keine versteckten Zuckerzusätze oder Hefeextrakte enthalten sollte.
Paleo Hirschragout
Damit nun aber genug zur Paleo-Theorie, denn all dieses Wissen bringt wenig, wenn es am Ende nicht mundet.
Zum Glück kann ich berichten, dass uns das kraftvolle Paleo Hirschragout hervorragend geschmeckt hat und ich überrascht war, dass die Menschen in der Urzeit bereits etwas so Leckeres auf ihre Teller bzw. in ihre Schüsseln bekommen haben.
Ich kann Sie also nur ermutigen, diese ursprüngliche Art des Kochens einmal selbst auszuprobieren und sich an meinem Paleo Hirschragout zu versuchen. Ich wünsche gutes Gelingen und guten Appetit!

Paleo Hirschragout
Zutaten
- 600 ml Wildfond
- 500 g Hirschgulasch
- 400 g Waldpilze gemischt
- 200 g Preiselbeeren
- 200 ml Wasser
- 80 g Haselnüsse oder Walnüsse
- 3 Zwiebeln groß
- 4 Zehen Knoblauch
- 2 Zweige Rosmarin
- 2 EL tierisches Schmalz oder Ghee
- 1 TL Beifuß
- 1 TL Thymian
- 1 TL Wachholderbeeren
- Salz
- Pfeffer
Anleitungen
- Das tierische Schmalz bzw. das Ghee in einem großen Topf oder Bräter auf mittlerer Stufe erhitzen.
- In der Zwischenzeit das Hirschfleisch in mundgerechte Stücke schneiden.
- Die Fleischstücke im zerlassenen Schmalz rundherum kräftig anbraten.
- Währenddessen die Pilze in Scheiben schneiden.
- Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und klein hacken.
- Das Fleisch aus dem Schmalz nehmen und die Zwiebeln sowie den Knoblauch im verbleibenden Fett glasig dünsten.
- In der Zwischenzeit die Wacholderbeeren mörsern bzw. mit der flachen Seite eines Messers zerdrücken.
- Die Haselnüsse hacken.
- Die Pilze zu den Zwiebeln hinzufügen und das Ganze weitere 5 Minuten braten.
- Das Fleisch zurück in den Topf geben und alles mit dem Wildfond sowie mit dem Wasser ablöschen.
- Die Wachholderbeeren, den Thymian, den Rosmarin und den Beifuß dazu geben.
- Den Topf zudecken und alles auf niedriger Stufe für circa 75 Minuten schmoren.
- Nach der Garzeit die Preiselbeeren und die Haselnüsse hinzufügen und das Ganze weitere 15 Minuten garen.
- Das Paleo Hirschragout mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann servieren.
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